Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde

1937: Vom Staat zur Stadt. Das Ende des eingenständigen Lübecker Staates

31.03.2012 10:00 Uhr, Audienzsaal im Rathaus der Hansestadt Lübeck

Lübeck war über 700 Jahre ein souveräner Staat. Seinen Ausdruck fand das auch in dem seit 1803 verwendeten Titel "Freie und Hansestadt". Das Ende dieser verfassungsmäßigen Eigenständigkeit kam mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten: Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz ging Lübeck zum 1. April 1937 in Schleswig-Holstein auf. Auf einem Festakt im Lübecker Rathaus wurde an diesem Tag von den Offiziellen das Ende des Stadtstaates gefeiert.



Welche Vorgeschichte hatte dieser einmalige Vorgang und wie kam es dazu? Fanden sich die Lübecker mit der erzwungenen Unselbständigkeit ab? Wie war überhaupt die Lage der Hansestadt vor und nach 1937?

Solchen und anderen Fragen wird sich das wissenschaftliche Kolloquium stellen. Nach dem Krieg gab es zwei Versuche, die verlorene Selbständigkeit wieder zu erlangen. Das Thema Eigenständigkeit und Einbindung Lübecks hat bis heute nichts an Aktualität verloren, die politischen Diskussionen über einen möglichen Nordstaat oder die Stellung in der Metropolregion Hamburg belegen das nachdrücklich.


Programm

10.00 Uhr
Grußwort der Hansestadt Lübeck:
Lienhard Böhning, stellvertretender Stadtpräsident

Begrüßung und Einführung: Cornelius Borck

10.30 Uhr
Groß-Lübeck oder Hamburg-Land? Konzepte
und verpasste Chancen zwischen 1918 und 1933
Michael Hundt, Lübeck

11.00 Uhr
Von der Planlosigkeit des Groß-Hamburg-Gesetzes:
Hamburgs Interessen und die Folgen für
Schleswig-Holstein und Lübeck
Holger Martens, Hamburg

Pause

12.00 Uhr
Hamburg und Lübeck als freie Städte 1866-1937.
Zusammenwirken und Trennendes
Ortwin Pelc, Hamburg

12.30 Uhr
Lübeck 1933-1945: Was wissen wir, was nicht?
Stand und Perspektiven der Forschung
Jan Lokers, Lübeck

Mittagspause

14.30 Uhr
Was ging Lübeck 1937 mit dem Mantel der
Reichsunmittelbarkeit wirklich verloren?
Antjekathrin Graßmann, Lübeck

15.00 Uhr
Kommunaler Etikettenschwindel als Trostpflaster gegen
Phantomschmerzen? Kritische Anmerkungen zu
den Hauptsatzungen der Hansestadt Lübeck 1937-2003
Gerhard Ahrens, Lübeck

15.30 Uhr
"Waffen schmieden für den Krieg" Rüstungswirtschaft
und Militär in Lübeck seit 1933
Wolfgang Muth, Lübeck

Pause

16.30 Uhr
Vom Stadtstaat zur ausgestellten Stadt (1937 bis 1987)
Erinnerungskultur zwischen Wiederbelebung
und Marginalisierung
Manfred Eickhölter, Lübeck

17.00 Uhr
Vom Groß-Hamburg-Gesetz zur Metropolregion.
Hamburger Stadtplanung als Instrument der
Landesplanung
Sylvia Necker, Hamburg

Pause

18.00 Uhr
Abendvortrag: Vergangene Größe? Die Bedeutung
der Reichsfreiheit in der Geschichte Lübecks
Rolf Hammel-Kiesow, Lübeck

Die Vorträge sind öffentlich, der Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.